Konzept der Familiengruppe

Wir sind eine Gruppe von Familien mit Kindern, die gerne gemeinschaftlich Wohnen wollen. Gefunden haben sich die ersten vier Familien auf den Familiennachmittagen der bauen und leben eG Ende 2009. Nach kurzer Zeit haben wir uns auch privat getroffen und vor Weihnachten beschlossen, eine eigene Projektgruppe zu gründen.

Uns verbinden die Kinder und gemeinsame Vorstellungen vom Wohnen und Leben mit Anderen.

Wir haben den Wunsch, diese alternative Lebens- und Wohnform zu realisieren, weil wir gerne mit Freunden und nahe stehenden Menschen in einer gemeinschaftlichen Umgebung leben wollen. Dabei soll die übliche zufällige Nachbarschaft durch eine Wahlnachbarschaft ersetzt werden. Spontaneität im sozialen Umfeld ist dann möglich: Man muss nicht erst mit dem Bus fahren, um Freunde zu besuchen.

Das hat besonders für Kinder große Vorteile: Wir möchten für unsere Kinder die Möglichkeit schaffen, einfach vor die Tür zu gehen, dort selbstverständlich andere Kinder zu treffen und zu spielen.

Wir möchten uns eine Umgebung schaffen, in der unerwünschte Einsamkeit nicht mehr vorkommt.

Dabei soll eine verbindliche Nachbarschaft entstehen, die es dem einzelnen erlaubt, auch mal die eigene Verantwortung abzugeben. Gegenseitige Unterstützung und ein Austausch von Kompetenzen wird ganz natürlich. Kinderbetreuung organisiert sich in einem Wohnprojekt wie von selbst.

Mit dem Potential der Gemeinschaft möchten wir Neues ausprobieren, dabei aber achtsam gegenüber den Einzelnen bleiben.

Wir wünschen uns statt eines Eigenheims, die Möglichkeit das eigene Umfeld mitten in der Stadt zu gestalten.

Unsere Vorstellungen vom Wohnprojekt

In unserem Wohnprojekt sollen Familien mit Kindern und Menschen leben, die offen sind und tolerant vor allem Kindern gegenüber. Natürlich sollen alle auch Lust haben auf gemeinschaftliches Wohnen.

Wir möchten unsere Kinder mit anderen Kindern aufwachsen sehen. Deswegen wollen wir mit unserem Wohnprojekt einen alternativen Raum für Kinder schaffen, in dem sie gemeinsam groß werden können.

Wir wollen nahe dem Zentrum von Bremen wohnen. Wichtig sind uns eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, eine gute Infrastruktur (z.B. Kindergärten, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten) und die Nähe zu Grünanlagen.

Wir möchten gerne in einer Gemeinschaft von 7 bis 20 Parteien in einem ökologisch gebauten oder sanierten, barrierefreien Mehrfamilienhaus wohnen.

Wohnen in Gemeinschaft gestaltet sich bei uns so, dass jede Partei ihre abgeschlossene Wohnung bewohnt, wobei das gesamte Wohnprojekt gemeinsam gestaltet und verwaltet sein soll. Die eigene Wohnung dient als Rückzugsort. Dennoch wünschen wir uns, bildhaft gesprochen, „offene Türen“ zu unseren Nachbarn. Wichtig ist uns, uns in unserer Unterschiedlichkeit wahrzunehmen und zu respektieren.

Wir wünschen uns im Rahmen gemeinschaftlichen Wohnens Verbindlichkeit, Verlässlichkeit, Offenheit, Vielfalt, Kreativität und Flexibilität auch der Wohnungsgrundrisse. Ein Wohnungstausch sollte, je nach Lebenssituation möglich sein.

Darüber hinaus wollen wir Gemeinschaft so leben, dass Aktivitäten geplant werden, Gemeinschaftsräume für Treffen zur Verfügung stehen, Zusammentreffen möglich werden und Spontaneität gelebt werden kann. Gerne wollen wir gemeinsam grillen, spielen, Kaffee trinken, Sport betreiben, basteln, feiern und im Garten arbeiten. Insbesondere die Kinder sollen drinnen und draußen gemeinsam und selbständig spielen können.

Um offen für die Außenwelt zu sein, planen wir Sommerfeste und Tage der offenen Tür.

Vor diesem Hintergrund wünschen wir uns in unserer gemeinsamen Behausung einen Gemeinschaftsraum, eine Gästewohnung und einen Fahrradraum. Ein Garten mit Spielplatz ist uns wichtig. Diese Räume können auch von einzelnen genutzt werden, z.B. zum Musik machen oder für Partys.

Wir verstehen unser Wohnprojekt als soziales Netzwerk. Dabei soll unter dem Dach des Wohnprojekts auch Wohnen und Arbeiten möglich werden. Wenn es Projektmitglieder gibt, die ein Café eröffnen möchten oder auch einen Laden, sind wir offen für solche Ideen und wirken gerne an einer möglichen Umsetzung mit.

Unser Prozess zum fertigen Projekt

Wir treffen uns derzeit einmal im Monat zu einem gemeinsamen Arbeitstreffen, um unsere Vorstellungen vom gemeinschaftlichen Wohnen zusammen zu bringen und zu diskutieren. Diese Treffen werden vorbereitet und nachbereitet. Dafür ist es wichtig, dass alle Gruppenmitglieder bereit sind, Aufgaben nach ihren Möglichkeiten zu übernehmen. Wir setzen uns nach und nach gemeinschaftliche Ziele und Meilensteine für unsere weitere Arbeit hin zum Projekt.

Entscheidungen werden derzeit flexibel gehandhabt, wobei wir uns für die Zukunft vorstellen können, dass erforderliche Mehrheiten an Problemstellungen bzw. Fragen angepasst werden müssen.

Neben Arbeitstreffen ist ein wichtiger Aspekt zum fertigen Projekt für uns, dass wir uns gegenseitig näher kennen lernen können. Hierfür treffen wir uns im gemeinsamen, lockeren Kreis und verbringen soweit uns das Bedürfnis danach steht, Freizeit miteinander. Derzeit treffen wir uns meist wöchentlich nachmittags mit unseren Kindern. Auf unserem Weg schwebt es uns vor, gelegentlich zusammen zu kochen, gemeinsame Fahrten zu unternehmen oder uns zum Spielabend zu treffen. Daneben wollen wir Exkursionen zu anderen Wohnprojekten und Grundstücken unternehmen.

Kontakt: familien1@bauenundleben.net